Der Film spielt in einem sehr ländlichen Bereich Idahos in den 50er Jahren. Einfache, wenige verstreute Farmhäuser und Kornfelder bilden den Rahmen für Hauptdarsteller, die allesamt ein sehr eigenartiges Wesen haben. Erzählt wird die Geschichts eines Jungen, dessen einfältige Naivität und Gleichgültigkeit eine Serie von Morden begünstigt. Als sein Bruder aus dem Krieg zurückkehrt, zeigt er zum ersten Mal Zuneigung und wird aktiver, als dieser gefährdet scheint...
Den Film selbst hat der Rezensierer vor mir sehr gut beschrieben. Vielleicht ein bisschen zu gut, denn wenn man den Film noch nicht gesehen hat, verrät er schon sehr viel zur Handlung - was allerdings auch auf die Kurzbeschreibung zutrifft. Ich selbst kann nicht beurteilen, ob die Stimmung, die erzeugt wird, das Zeitgefühl und das moralische Umfeld dieser Zeit im ländlichen Bereich Idahos reflektieren soll oder ob es Stilmittel/Markenzeichen von Philip Ridley ist. Ein Hauch von David Lynch ist unverkennbar, wenn auch hier die Folgen bestimmter Handlungen leichter vorhersagbar sind und manche Dialoge zu sehr passend gemacht wirken. Auf jeden Fall ist er eine gelungene Abwechslung.
Dieser Film bewegt einen aber auch noch aus einem anderen Grund: kurz nach dem Einlegen des Films glaubt man aufstehen und nachsehen zu müssen, ob man nicht ein altes VHS-Band eingelegt hat. Die Bildqualität ist mit Abstand die schlechteste, die mir bisher bei HD-Filmen untergekommen ist. Das sieht man besonders deutlich bei Szenen mit im Wind wogenden Kornfeldern, wo sich eigentlich nur eine schlierende grieselnde Masse bewegt. Wenn man dies mit den Kornfeldaufnahmen in Gladiator (Extended Special Edition, 3 DVDs) vergleicht (z.B. kurz vor Spielzeit 01:55) sieht man, dass es nicht einmal die Qualität einer nicht upgescalten DVD erreicht. Getoppt wird das nur noch durch den Ton der deutschen Synchronisation, der selbst für VHS-Verhältnisse schlecht ist. Die Stimmen sind im Verhältnis zu den Umgebungsgeräuschen viel zu laut und dumpf - ab und zu verändert sich die Lautstärke auch deutlich mitten in einem Satz. Das Bild runden so tolle Extras, wie Texttafeln ab, die den Film auf ein paar Seiten nacherzählen. Dabei kann man mit der Fernbedienung aber nicht blättern, sondern muss warten bis das zeitgesteuert von selbst passiert.
Meine Bewertung sind 4 Punkte für den Film und ein Punkt für die technische Umsetzung. Den rechnerischen Durchschnitt von 2,5 runde ich auf 2 Amazon-Bewertungspunkte ab, da der Film sehr von visuellen Eindrücken lebt, die das schlechte Bild/Ton sehr trüben.
Schade, dass Studios kleine Filme so lieblos behandeln...